KGV Klingenwald 1 e.V.

Die gärtnerische Vielfalt im Nürnberger Norden

Monatliche Gartentipps von unserer Fachberaterin Christina

Bauernregeln Juni

Wenn kalt und naß der Juni war, verdirbt er meist das ganze Jahr.
Wie die Junihitze sich stellt, stellt sich auch die Dezemberkält.
Im Juni viel Donner, bringt einen trüben Sommer.
Im Juni bleibt man gerne stehn, um nach dem Regen auszusehen.
Soll gedeihen Korn und Wein, muß im Juni Regen sein.
Fällt Juniregen in den Roggen, so bleibt der Weizen auch nicht trocken.
Bleibt der Juni kühl, wird dem Bauern schwül.
Gibt's im Juni Donnerwetter, wird auch das Getreide fetter.
Wenn´s im Juni viel regnet, ist der Graswuchs gesegnet.



Gartentipps im Juni

Im Juni ist im Nutzgarten viel zu tun: Unkräuter müssen im Zaum gehalten werden und jede freie oder schon wieder frei gewordene Fläche kann mit Gemüse eingesät werden. Außerdem dürfen Sie auf keinen Fall vergessen, sich um ihre Tomaten und Paprika zu kümmern!

 

Hacken statt Gießen

Regelmäßiges Hacken hilft nicht nur gegen Unkraut, auch der Boden trocknet nicht so schnell aus. Dabei behutsam vorgehen, um die Pflanzenwurzeln nicht zu verletzen.

Das Ende der Rhabarberernte

Nach dem 24. Juni, dem Johannistag sollte Rhabarber nicht mehr geerntet werden. Der Grund dafür: Zum einen ist Rhabarber nicht mehr so bekömmlich, außerdem braucht er seine verbleibenden Blätter, um zu regenerieren. Wird Rhabarber nicht mehr geerntet, bilden sich neue Triebe mit Blättern, diese können den Sommer über neue Energie tanken. Haben die Pflanzen Blütenstiele gebildet, müssen diese abgeschnitten werden, da die Samenbildung viel Kraft kostet. Aus dem gleichen Grund sollte auch Spargel spätestens am 24. Juni das letzte Mal geerntet werden.

Blumenkohl

Es ist nicht immer leicht, den optimalen Erntezeitpunkt von Blumenkohl zu treffen. In Hitzeperioden reifen die Blumen nicht selten von einem Tag auf den anderen und ehe man sich versieht, beginnen sie zu schießen und werden ungenießbar. Da ist tägliche Kontrolle gefragt. Samenechte Sorten haben den Vorteil, dass sie nicht zeitgleich reifen und sich das Erntefenster auf bis zu zwei Wochen entzerrt. Allerdings entwickeln diese Sorten oft kein geschlossenes Laubdach, das den Kopf vor Sonneneinstrahlung und Verfärbung schützt. Um strahlend weiße Blumen zu bekommen, muss man während der Reife die innersten Blätter über die Blume knicken.

Etwas entspannter geht die Ernte vonstatten, wenn man Blumenkohl oder Brokkoli im Juni sät und etwa vier Wochen später pflanzt. Bei gemäßigten Herbsttemperaturen sind keine Wachstumssprünge zu erwarten und die Blumen reifen gemächlicher.

Tomaten ausgeizen

Das regelmäßige Ausbrechen der Geiztriebe macht nur bei Stabtomaten Sinn. Die Früchte bekommen mehr Licht, können besser ausreifen und werden größer. Strauchtomaten und kleinfrüchtigen Sorten (z. B. Cocktailtomaten) liefern höhere Erträge, wenn man sie buschig zieht, also nicht oder nur teilweise ausgeizt. Die ausgebrochenen und klein geschnittenen Triebe ergeben ein hervorragendes Mulchmaterial für die Tomatenstauden. Sie können daraus auch eine Jauche herstellen und die Tomaten damit düngen oder Kohlweißlinge damit vertreiben. Wer Tomaten-Nachschub braucht, kann die Geizriebe als Stecklinge verwenden. In feuchter Erde wachsen sie rasch an und fruchten unter günstigen Bedingungen noch im selben Jahr!

Startschuss für Endivien

Als klassischer Salat der zweiten Jahreshälfte kommt die Endivie üblicherweise zwischen Mitte Juni und Mitte Juli ins Beet – entweder direkt gesät oder gepflanzt. Setzen sie die Pflanzen flach wie Kopfsalat und in Abständen von 30 x 30. So drängen sich die Rosetten später dicht genug aneinander, um sich gegenseitig zu bleichen und zart-milde Herzen zu entwickeln. Endivien dürfen nicht dursten, sonst gerät ihr Wachstum ins Stocken und sie reichern mehr Bitterstoffe an. Besonders bei gepflanzten Kulturen, deren Wurzeln sich weniger tief strecken als Direktsaaten, ist auf eine gleichmäßige Bodenfeuchte zu achten.

Roter Feldsalat

Die Sorte ‚Redza’ klingt interessant für alle Freunde von Feldsalat und roten Sorten, die nicht nur auf dem Teller einen zusätzlichen Effekt bieten, sondern auch eher von Schnecken verschont bleiben. Doch genau genommen bleibt der Feldsalat dem Winterhalbjahr vorbehalten – denn ‚Redza’ ähnelt dieser Kultur nur in Aussehen und Geschmack; eigentich handelt es sich um einen Romana. Schon 5 Wochen nach der Aussaat können die kräftig roten, bodenständigen Blätter als sogenannter Babyleaf-Salat geerntet werden.

Erdbeeren mulchen

Nach der Erdbeer-Blüte ist eine Mulchdecke fast unumgänglich. Dabei ist allerdings zu beachten, dass sich auch Schnecken in dieser Schutzschicht pudelwohl fühlen. Bei anhaltender Trockenheit sollte gewässert werden, weil sonst die Fruchtentwicklung leidet. Düngen sollte man hingegen nicht mehr.

Feuchte Baumscheiben, saftige Früchte

Auf anhaltend heiße Trockenperioden reagieren selbst eingewachsene Obstbäume empfindlich. Sie bilden nur kleine Früchte oder werfen sie vorzeitig ab. Greifen Sie besonders während der Blütezeit und den Wochen vor der Ernte gelegentlich zum Gartenschlauch und wässern sie die Bäume gründlich. Damit das Wasser auch dort hinkommt, wo es hin soll, nämlich an die aufnahmefähigen Faserwurzeln, ist möglichst der gesamte Bereich der Kronentraufe zu wässern. Rasenschnitt eignet sich zur Sommerzeit wunderbar zum Mulchen der Baumscheiben. Sehr dankbar dafür sind frisch gepflanzte Obstbäume. Sie leiden in trockenen Sommerwochen besonders, da ihr junges Wurzelwerk noch kein Wasser aus tieferen Bodenschichten aufnehmen kann.

Mulchen

Auch wenn man natürlich das ganze Jahr mulchen kann, ist die beste Zeit hierfür der Juni. Durch eine ordendliche Mulchschicht verhindert man das Austrocknen des Bodens und unterdrück gleichzeitig den Wuchs von Unkräutern. Der Boden sollte for dem Mulchen schon feucht sein, da der Mulch auch eine Wasserabweisende Funktion erfüllt bis er sich vollgesaugt hat. Mulchen Sie auch Kübeln und Kästen um die Feuchtigkeit länger zu halten.

Trotzdem nicht das Gießen vergessen. Besonders bei längerer Trockenheit sollten Sie ihre neuen Ziergewächse, Gemüse und Kübelpflanzen ausreichend mit Wasser versorgen. Mit wachsendem Arbeitsumfang hat es kaum Sinn, jedes Mal vor Sonnenuntergang ein paar Spritzer über den gesamten Garten zu verteilen. Teilen Sie Ihr Grün daher in Abschnitte ein und wässern Sie an jedem Abend einen anderen Bereich ausgiebig. das sollte für eine Woche reichen.

Spärliches Gießen führt oft dazu, dass sich Wurzeln weiter oben ausbilden und die Pflanzen so auf Dauer noch anfälliger für Trockenheit wird.